Die Vodafone-Kampagne erlaubt sich eine Peinlichkeit nach der anderen und verhöhnt dabei Interessierte und Kunden zu gleich, und das noch ziemlich amateurhaft. Man könnte wenigstens die vorgegaukeltenTwitter-Accounts sein Eigen nennen.
Als wäre es noch nicht genug, veröffentlichte gestern Alexander Panczuk, seines Zeichens politischer Milchbubi Referent bei Vodafone, eine weitere Reaktion auf die Live-Pressekonferenz auf dem konzerneigenen Blog. Insbesondere der Schlusssatz lässt auf die Attitüde des Providers ganz tief blicken.
Um langfristig zu dem Thema eine sachliche Debatte zu führen, ist es aus unserer Sicht wichtig, den Extremfall Kinderpornographie aus der Diskussion um Internetsperren als erledigt ausklammern zu können.
Je mehr ich darüber nachdenke, umso eher fällt mir nur noch ein Wort dafür ein: Schade. Und das in jedweder Hinsicht.
Ob jemand nichts begriffen hat und Werbung für besagtes Unternehmen auf seinem Blog schaltet oder ob es eine Kampagne gewesen wäre, die das erste Mal großspurig im Web fährt. Schauen wir einmal über die ganze Verworrenheit mit Zensursula einfach hinweg, auch wenn das nicht leicht ist.
Es ist noch gar nicht mal so schwer, die wesentlichen Dinge zu erkennen. Es geht schlicht und ergreifend um und über Kommunikation. Die Krux ist, es werden immer noch Analogien erkannt, wo keine sind. Ok, wenn eine schicke Dame auf dem Plakat mir ihr Antlitz entblößt, dann finde ich das recht nett, keine Frage ich bin immer noch ein Mann, und mit meinem Fernseher rede ich, bzw. eigentlich schreie ich ja, und dann kriegt er eins hinten drauf, wenn die Dreckskiste mal wieder nicht will wie ich. Aber im Web geht es doch um soviel mehr, Gott verdammt! Wenn man schon Analogien ziehen möchte, dann darf man diese zwischen dieser Kampagne und vielen anderen Corporate Blogs, Unternehmer-Twitter-Accounts und anderem Firmen-Social-Media Gedöhns nun ziehen. » Lies das Ende des Artikels «
Wie ist das eigentlich so, als PIRAT? Ich würde sagen, es fühlt sich nichtsdestotrotz gut an. Das Schiff ist doch durchaus komfortabel. Hier und da entstehen echte Freundschaften, manchmal wird sich gekloppt, und auch wenn ich der Meinung bin, dass der ein oder andere über die Planke gehört, im Großen und Ganzen ist es ein solide Schiffscrew auf die man sich verlassen kann.
Allerdings haben wir ein Problem. Eine Gruppe, die ich in meinem letzten Logbucheintrag noch nicht erwähnt hatte. Es sind die Freudenmädchen auf die man spätestens trifft, wenn mal wieder am Kai wegen Proviant angelegt werden muss. Manche von uns geben sich mit ihnen ab. Mal nur ganz kurz im Gespräch, mal für etwas länger. Ich bin ehrlich, mir sind diese Personen suspekt. Ich muss auch nicht an jedem Hafen Eine stehen haben. Noch dazu sind diese nicht sonderlich integer. Sie kennen nur aus Erzählungen unseren Codex, und das wofür wir gemeinsam einstehen, was wir gemeinsam erreichen wollen, was unser Ziel ist, auf welches wir zufahren. Unsere Gegner erahnen sie scheinbar nur vom Hören/Sagen. Aber wahrscheinlich vernebelt die viele Kundschaft ihnen auch nur das Hirn, so dass sie sich nicht immer so genau an alles erinnern können. Außerdem, sie verkaufen sich schlicht weg. Manche zählen sie als Mitglieder zu unserer Crew dazu. Ich nicht. Für mich sind sie schlimmer als Mitläufer. » Lies das Ende des Artikels «
Nachtrag: Mittlerweile gibt es eine kleine Stellungnahme von ProSiebenSat. 1 Media AG zu dem Fall. Man habe den Entwurf erst gestern gesehen und sei schockiert. Man habe die Agentur DDB nicht beauftragt, sie sei von sich aus an Lokalisten herangetreten, um an Kreativ-Wettbewerben teilzunehmen. Eine Abstimmung mit Lokalisten gäbe es nicht.
Eine Meldung jagt die nächste, was die tollen Social Networks angeht. Wieder einmal geht es um eine super pfiffige Idee für die eigene Marke zu werben und heute mal das ganze powered by ProSiebenSat.1 Media-Seuche Lokalisten.
Schöne Geschichte, die man uns da erzählen will. Im Übrigen erstellt von der Agentur DDB in Berlin Es steht jemand kurz vor seiner Hinrichtung durch Erhängen mit dem Strick. Schlussendlich wird er aus seiner Zelle gescheucht und zum Galgen geführt, wo ihn schon der Henker empfängt. Schon am Galgen hängend erkennen sich Henker und Gehängter. Sie sind Freunde, wie schön. Wohlmöglich auch noch bei Lokalisten. Dem Wohlfühl-Social-Network, wo Freunde sich noch helfen. Da ist es selbstverständlich, dass der Gehängte damit seiner Todesstrafe entgeht. Zum guten Schluss wird die kleine Bildergeschichte mit dem Slogan “It’s good to have friends.” abgerundet und mit dem Branding des Netzwerkes gekennzeichnet. Zu erwähnen sei noch, dass die beiden anderen hängengebliebenen Todeskandidaten wohl keine Lokalisten-Mitglieder waren.
Schon schlimm genug, dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, so etwas graphisch umzusetzen. Noch dazu für eine Werbekampagne. Noch sehr viel schlimmer ist dann aber, dass solch ein Mist auch noch von zuständigen Personen abgenickt wird. Diese Aktion schlägt schlichtweg dem Fass den Boden aus. Da können sich die Verantwortlichen bei Lokalisten nur wünschen, dass da auch jemand so freundlich zu ihnen sein wird, sobald sich die Pforten dieses Web 2.0-Dienstes irgendwann schließen werden.
Acht Jahre später, mit derselben Besetzung, allerdings nicht mehr als Budweiser-Werbefilmchen, sondern mit dem Aufruf Wählen zu gehen. Einfach sensationell!