“Schutz durch Innovation”

07. Juli 2009 § 0

Bereits letzte Woche ist beim Börsenblatt ein Artikel von Klaus Wrede, Geschäftsführer des Fachverlags Symposium, erschienen. Es herrscht Lesebefehl!

Unter neuen Bedingungen müssen Verleger neue Lösungen finden, das ist ihre Kernaufgabe. Wenn eine original PDF-Datei nicht mehr wert sein kann als ihre Kopie, dann muss sie eben in eine Umgebung gesetzt werden, die den Nutzer begeistert, etwa weil diese seinen Workflow perfekt unterstützt. Dann wird klar, dass ein Verzeichnis voll isolierter Downloads nur ein Haufen Restmüll ist, der auf der Festplatte herumgammelt. Verlage können solche erstaunlichen neuen Nutzerumgebungen entwickeln, und einige tun dies bereits. Damit erreichen sie Schutz durch Innovation, statt durch Gesetze und DRM.

Word.

Digital idiocy

30. Juni 2009 § 0

Das lasse man sich einmal auf der Zunge zergehen. Bei den Buchtagen Berlin 2009 lud der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am 18. Juni zum Kongress. Soweit so unbedeutend, mal abgesehen vom Philosophieren über den Buchbindungspreis.

Als Redner stand unter anderem Herr Werner Dohr, vom LKA Nordrhein Westphalen, Spalier und hatte eine Mission. Er wollte all den Anwesenden die Dimension von Piraterie veranschaulichen. Nun muss man noch wissen, Kulturschaffende sind bei solchen Terminen seltener präsent, die Verleger und sonstige Verwerter sind die Zuschauer.

Ich rate wirklich jedem einmal, sich den Vortrag von Herrn Dohr anzuhören. Ich würde es nicht mal als wirklich lohnenswert bezeichnen, aber wie sagt das Sprichwort “Wie süß ist es, den Feind zu bemitleiden, den wir nicht mehr fürchten.”1 » Lies das Ende des Artikels «

  1. Pierre Corneille, “Der Tod des Pompejus” []

Die Oligarchie und ihre Leidtragenden

11. Juni 2009 § 0

Bei buettchenbunt findet sich ein sehr gut geschriebener Text über die aktuelle Lage der Content-Mafia im Kontext der aktuellen Gespräche bzgl. der Zensurvorhaben der Regierung.

Nachdem die Berliner Regierung sich anschickt, die grundgesetzwidrigen Zensurgesetze zu verabschieden, die bezeichnenderweise vom Wirtschaftsministerium verantwortet werden, wittern jene Morgenluft, denen der freie Austausch von Kulturgut seit je ein Dorn im Auge war. Nachdem es die Musikindustrie geschafft hat, ihre wirtschaftlichen Interessen über den grundgesetzlich garantierten freien Meinungs- und Informationsaustausch zu stellen und damit Millionen von Menschen, die sich eine Kopie ihrer gekauften Musik anfertigen und diese mit Freunden tauschen wollen, kriminalisiert hat, war das Nachziehen der Verleger nur eine Frage der Zeit.

Jetzt wollen also auch die Verleger an allen Daten, die auf gedruckten Werken beruhen, finanziell beteiligt sein.

Im Artikel selbstverständlich auch genannt, ist die skandalöse Meldung, die gestern bei heise zu lesen war. Dort wird der stellvertretende, wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundesfraktion, Martin Dörmann dazu zitiert, warum das Gesetzesvorhaben auch wichtig sei. Es ist mehr als abenteuerlich, dass man bzgl. der Vereinbarung von Zensursula mit fünf großen Providern selbst rechtsstaatliche Bedenken hat, aber dann im nächsten Schritt dieser Aktion eine gesetzliche Grundlage verschaffen will.

Auch wenn nicht mehr allzu viel Hoffnung bleibt. Die Provider sollten ihre wichtige Rolle endlich verstehen und annehmen und anfangen vernünftig und verantwortlich zu agieren. Es tanzen schon genügend Puppen in Deutschland.

“Was hab ich da nochmal unterschrieben?” oder das Protestpapier

18. Mai 2009 § 0

Geht es Euch auch so? Egal ob privat oder beruflich, man hat ja doch allerhand zu unterschreiben. Manchmal, weil man eben muss und man sonst Probleme irgendeiner Art als Konsequenz zu befürchten hat, z.B. beim Bezahlen mit Karte oder bei einer Vertragsunterzeichnung. Verkäuferinnen haben ja immer eine penetrante Handhabung mit dem Kugelschreiber, mit dem sie einem unter der Nase rumfuchteln. Vielleicht seltener, aber dennoch gibt es solche Fälle, unterzeichnet man auch Dinge, da man meint, dass es sich um unterstützenswerte Dinge handelt.

Das dachten sich wohl auch insbesondere die Autoren als sie den so genannten Heidelberger Appell unterzeichneten, der unberechtigterweise das Agieren von Google, ganz konkret Google Books, nach dem Google Settlement und die Open Access-Bewegung vermischt. Nachdem Peter Glaser seine Unterschrift schon vor ein paar Wochen zurückgezogen hatte, ergab sich nun die folgerichtige Frage, wie es mit der Interpretation anderer Unterzeichner aussieht. Telepolis hat dazu Meinungen von zehn prominenten Unterzeichnern eingeholt. » Lies das Ende des Artikels «

Wo bin ich?

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