Man sollte eher erstmal sich mit seiner eigenen Naivität beschäftigen und die abbauen, statt sich gegen irgendwas zur Wehr zu setzen. #fail#02.03.2010
Ich hoffe und glaube, dass jeder, der das hier liest den Sinn des Wählens durchaus kapiert hat. Auch trotz der Dinge, wie Überhangmandate, die man in der letzten Legislaturperiode noch freundlich ignoriert hatte. Aber das Bundesverfassungsgericht hat einer Regierung ja auch noch bis 2011 Zeit gelassen.
Wählen ist wichtig, weil elementar. Also macht es auch einfach und wählt die Kandidaten und Parteien Eurer Wahl, selbst wenn es sich dabei um Gruppierungen handelt die bspw. in diesem Blog oder anderswo nicht sonderlich gut davon kamen. Aber bitte, tut mir bei dieser Gelegenheit einen Gefallen. Wählt nicht die Piraten! Das mag wohl verwirrend klingen. Ich selbst bin Mitglied der Piratenpartei, nach wie vor von unseren Grundprinzipien überzeugt. Zumindest so wie ich sie bis jetzt verstanden habe. Der Banner in der Sidebar ist auch bewusst mit der Bezeichnung “Politisches Zuhause” anstatt mit dem Geplänkel “Wahlwerbung” beschrieben.
Ich möchte in etwa kurz darlegen, wie ich darauf komme so etwas zu sagen. In den letzten Tagen sind, egal ob bei Zeitungen oder Blogs, zahlreiche Artikel über die Piratenpartei erschienen. Entweder halten sich einige von uns naiver- und dummerweise wieder zu sehr in rechten Gefilden auf oder es wird einem Angst und Bange, sollten wir einmal abseits unserer bisherigen Themen entscheiden müssen oder laut FAZ fehlen, wenn es wichtig wird, die Nerds oder Volker Beck vergleicht Programme der Piraten und der Grünen mit einer Aussagekraft eines neuen Hammers, denn wer letztendlich was irgendwann einmal umsetzt, wird selbstredend nicht angesagt (wobei ich allerdings auch nicht darauf poche, es würde definitiv die Piratenpartei sein). All diese Artikel könnten mich in meiner Entscheidung und bzgl. meines Wahlaufrufes sehr nachdenklich gemacht haben. Größtenteils habe ich aber nur damit zusammenhängende oder ganz andere (nicht geordnete) Gründe, warum ich eben möchte, dass diese Partei heute nicht gewählt wird. » Lies das Ende des Artikels «
In der Tat, die Causa Bodo Thiesen ist keine mehr. Man verfährt nun schnell & sauber und macht sich nicht mehr weiter die Hände schmutzig. Man entschuldige meine euphemistische Ausdrucksweise, aus der Haltung anderer heraus hat sie aber wohl ihre Berechtigung.
Am 16.07.09 trat der Bundesvorstand der Piratenpartei per Telefonkonferenz zur Sitzung zusammen. Auch wurde in dieser Dreiviertelstunde, wie bekannt, nochmals über Bodo Thiesen und seine Zukunft innerhalb der Partei diskutiert. Bereits Dirk Hilbrecht, ehemaliger Vorsitzender, hatte das Ergebnis dessen verkündet. In der Zwischenzeit gibt es auch eine offizielle Stellungnahme.
Der Bundesvorstand der Piratenpartei hat in seiner Telefonkonferenz am 16. Juli 2009 beschlossen, das Parteimitglied Bodo Thiesen seines Amtes als Ersatzmitglied des Bundesschiedsgerichtes zu entheben. Weiterhin wird ihm zunächst befristet bis Ende September 2010 die Befähigung aberkannt, erneut für ein Parteiamt zu kandidieren. Dies wurde vom Bundesvorstand einstimmig beschlossen.
Der Bundesvorstand beantragt ferner beim zuständigen Schiedsgericht den Ausschluss von Bodo Thiesen aus der Piratenpartei, weil er sich vorsätzlich parteischädigend und satzungswidrig verhalten hat. Dem Antrag auf Parteiausschluss stimmten fünf der sieben Vorstandsmitglieder zu.
Wie ist das eigentlich so, als PIRAT? Ich würde sagen, es fühlt sich nichtsdestotrotz gut an. Das Schiff ist doch durchaus komfortabel. Hier und da entstehen echte Freundschaften, manchmal wird sich gekloppt, und auch wenn ich der Meinung bin, dass der ein oder andere über die Planke gehört, im Großen und Ganzen ist es ein solide Schiffscrew auf die man sich verlassen kann.
Allerdings haben wir ein Problem. Eine Gruppe, die ich in meinem letzten Logbucheintrag noch nicht erwähnt hatte. Es sind die Freudenmädchen auf die man spätestens trifft, wenn mal wieder am Kai wegen Proviant angelegt werden muss. Manche von uns geben sich mit ihnen ab. Mal nur ganz kurz im Gespräch, mal für etwas länger. Ich bin ehrlich, mir sind diese Personen suspekt. Ich muss auch nicht an jedem Hafen Eine stehen haben. Noch dazu sind diese nicht sonderlich integer. Sie kennen nur aus Erzählungen unseren Codex, und das wofür wir gemeinsam einstehen, was wir gemeinsam erreichen wollen, was unser Ziel ist, auf welches wir zufahren. Unsere Gegner erahnen sie scheinbar nur vom Hören/Sagen. Aber wahrscheinlich vernebelt die viele Kundschaft ihnen auch nur das Hirn, so dass sie sich nicht immer so genau an alles erinnern können. Außerdem, sie verkaufen sich schlicht weg. Manche zählen sie als Mitglieder zu unserer Crew dazu. Ich nicht. Für mich sind sie schlimmer als Mitläufer. » Lies das Ende des Artikels «
Man kann sagen, die letzten sieben Tage waren sehr turbulent. Vergangenes Wochenende war der Bundesparteitag der Piratenpartei. Ein Lob an die Kollegen aus Hamburg für die Organisation, für das Chaos waren andere zuständig.
Dann sorgten vor einiger Zeit getätigte Aussagen, die auf dem Bundesparteitag wieder ausgegraben wurden, eines mittlerweile zum Ersatzrichter ernannten Mitglieds für eine sehr starke Eigendynamik, unter anderem auf den Microbloggingplattformen. Fakt ist, Bodo Thiesen hat für mich persönlich keine vertretbaren noch haltbaren Äußerungen abgegeben. Die Geschichte ist insofern auch nicht so alt, wie sie von einigen gemacht wird. Nachdem die Meinung bekannt wurde wurde darüber im letzten Jahr im Vorstand beraten und er wurde per Ordnungsmaßnahme gerügt. Im Mai diesen Jahres, so wie jeder weiß, gab es eine persönliche Stellungnahme zu diesem Thema im Wiki, die rhetorisch ungeschickt auch nicht mehr als nur herumeiert.
Dass die Aktion des damaligen Vorstandes schon nicht transparent genug aufklärte, konnte man schon allein daran merken, dass sich dieses Mal eine dermaßen große Erwartungshaltung – noch sehr viel mehr von innen als von außen – entwickelte, die den Bundesvorstand zu weiteren Äußerungen zwangen. Und dann? » Lies das Ende des Artikels «
Das ist auch eine Überzeugung mit der man Mitglied in einer Partei werden kann. Auch wenn das manche anders sehen mögen, diese Haltung halte ich für legitim.
Ich begrüße den Schritt von Herrn Tauss, unabhängig von meiner eigenen Person als Pirat. Eigentlich schon schade, wenn man so dermaßen auf Menschen verweisen muss, die anscheinend auch noch in diesen Tagen ihrem Gewissen gehörig sind. Für manche immerhin ist wohl die eigene Partei dann doch nicht ganz so wichtig.
Trotzdem verdient diese Entscheidung Courage, so oder so. Da ich mir letzten Endes aber zu dieser Situation noch keine abschließende Meinung dazu gebildet habe, gibt es zunächst nur ein paar Links bzw. ein erstes Interview mit Herrn Tauss.
Meldung der Tagesschau (online) zum Thema: Von der SPD zur Piratenpartei
Anmerkung: Die Tagesschau hat es im Übrigen in ihrer 20 Uhr-Ausgabe nicht geschafft, zu sagen, dass er der Piratenpartei beitreten wird. Lediglich der Austritt aus der SPD wurde bekannt gegeben.