26. September 2009 §
Fast zwei Monate habe ich jetzt nichts mehr gebloggt. Meine kleine, private Welt war und ist mir etwas wichtiger als die große, vernetzte. Klar, ich habe mich natürlich weiter informiert, brav meine Lieblingsnachrichtenseiten und -blogs gelesen, mich aber bewusst hier im Blog oder auch auf Identica stumm bzw. sehr leise verhalten.
Es tut gut teils gezwungen teils mehr als einfach nur freiwillig mal auf den Knopf zu drücken, das MacBook MacBook sein zu lassen und sich anderen, auch wichtigen Dingen zu widmen. Um ehrlich zu sein, bei all dem Netzgedöhns, den Pamphleten, den Manifesten, dem Rumgeseiere, den nach außen hin als elitär aussehenden, aber innerlich dümmlichen Schwachsinnigkeiten, es tut gut mal sich etwas vom Netz zu entfernen. Das schärft die Sinne.
Und während mich meine Freundin heute schon den ganzen Tag geradezu liebevoll und echt nervig dazu einlädt mal wieder etwas zu bloggen, noch kurz die drei Gründe für meine vorübergehende Abwesenheit.
- Eben genau diese, meine Freundin. Ist schon witzig, verrückt und bizarr – entweder alles zusammen oder nacheinander – wie sich so etwas entwickelt. Auf jeden Fall bin ich froh drum. Dabei ist es irgendwie anders als jede andere Beziehung zuvor. Intensiver, geborgener, ergänzender.
- Ich bin im selben Ort kurzfristig umgezogen.
- Ich habe vor kurzem endlich mein Diplom und darf mich daher jetzt Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) schimpfen. Und so bin ich nun auf Jobsuche. Etwas wobei ich mich ein bisschen austoben darf.
Und zur Strafe schreibe ich direkt meinen nächsten Artikel, der sowieso noch vor dem morgigen Sonntag raus muss.
30. Juni 2009 §
Das lasse man sich einmal auf der Zunge zergehen. Bei den Buchtagen Berlin 2009 lud der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am 18. Juni zum Kongress. Soweit so unbedeutend, mal abgesehen vom Philosophieren über den Buchbindungspreis.
Als Redner stand unter anderem Herr Werner Dohr, vom LKA Nordrhein Westphalen, Spalier und hatte eine Mission. Er wollte all den Anwesenden die Dimension von Piraterie veranschaulichen. Nun muss man noch wissen, Kulturschaffende sind bei solchen Terminen seltener präsent, die Verleger und sonstige Verwerter sind die Zuschauer.
Ich rate wirklich jedem einmal, sich den Vortrag von Herrn Dohr anzuhören. Ich würde es nicht mal als wirklich lohnenswert bezeichnen, aber wie sagt das Sprichwort “Wie süß ist es, den Feind zu bemitleiden, den wir nicht mehr fürchten.” » Lies das Ende des Artikels «
25. Juni 2009 §
Ich bin etwas überrascht. Diese Diskussion war doch interessanter als eingangs erwartet. Es geht um die Phoenix-Runde, die gerade über den Äther lief.
Inhalt der Debatte, an der Alvar Freude, Ossi Urchs, Astrid Herbold und Jan Krone teilnahmen, war u.a. natürlich der Iran, Zensursula, aber auch die Medienkompetenz und die Rechtmäßigkeit im und des Internet(s).
Chris hat meiner Meinung nach das Resultat der Runde am besten ausformuliert:

Klar, für uns nicht informativ. Aber darum geht es auch nicht. Die Diskussion war produktiv. Man hat Argumente ausgetauscht, Standpunkte und Fakten konstatiert. Einfach sachlich diskutiert.
Produktiv deswegen, weil nur diese Art der Diskussionen uns weiter voran bringen und uns insgesamt näher zusammenbringen kann. Da mag es diese und jene Personen geben, die ich auch selbst entweder sehr oder gar nicht verstehen kann, die aber zu sehr in Extremen denken und schlussendlich auch irgendwann am Rande einer Gruppe in ihrer eigenen Blase vegetieren werden. So hart wie sich das anhören mag. Schubladendenken hat noch nie viel geholfen. Erst die Rekombination von verschiedenen, vertretbaren Ansichten, die ein Prämisse für die Zukunft bilden können, bringen uns einen Schritt nach vorne.
Das ist die einzige Chance, um eventuell eine gemeinsame Basis zu finden, auf der man etwas begründen kann, um schließlich im Kollektiv herauszufinden, was aus diesem Internetdingens sein kann und wird und mit der ein Konflikt beigelegt werden kann. So einfach ist die Laube.
Das gibt ein bisschen Hoffnung.
22. Juni 2009 §
Gestern Abend ist im Heise Forum ein Beitrag erschienen, der, durch einfache Recherche, zur Person Jörg Tauss einiges zu sagen hat.
Ich mag den Link an dieser Stelle vorerst nicht weiter kommentieren, aber der Schreiber hat in der Tat Recht, dass da einige Dinge nicht zusammen passen. Egal ob man Tauss’ eigene Aussagen, die entsprechende Medienberichterstattung oder prickelnde Details zur Immunitätsaufhebung dazu heranzieht.
21. Juni 2009 §
Wenn man sich in der Öffentlichkeit erklärt, muss es irgendeine Art von Motivation dafür geben. Wofür macht man sich schließlich sonst die Arbeit, oder? Dass diese Motivation sowohl intrinsischer als auch extrinsischer Natur entstammen kann, spielt zunächst keine Rolle. Es geht zunächst nur einmal um diese Feststellung im Allgemeinen.
Am 18. Juni wurde über das Zugangserschwerungsgesetz und damit der de facto Errichtung einer Zensurinfrastruktur im Internet in Deutschland im Bundestag abgestimmt. Insbesondere die Grünen zeigten dabei ein, na sagen wir mal, uneinheitliches Bild. 33 Stimmen haben dagegen gestimmt, jedoch insgesamt 15 Stimmen enthielten sich komplett. » Lies das Ende des Artikels «