Phoenix Runde: Außer Kontrolle – Welche Macht hat das Internet?

25. Juni 2009 § 0

Ich bin etwas überrascht. Diese Diskussion war doch interessanter als eingangs erwartet. Es geht um die Phoenix-Runde, die gerade über den Äther lief.

Inhalt der Debatte, an der Alvar Freude, Ossi Urchs, Astrid Herbold und Jan Krone teilnahmen, war u.a. natürlich der Iran, Zensursula, aber auch die Medienkompetenz und die Rechtmäßigkeit im und des Internet(s).

Chris hat meiner Meinung nach das Resultat der Runde am besten ausformuliert:

phoenix-runde-resultat-dent

Klar, für uns nicht informativ. Aber darum geht es auch nicht. Die Diskussion war produktiv. Man hat Argumente ausgetauscht, Standpunkte und Fakten konstatiert. Einfach sachlich diskutiert.
Produktiv deswegen, weil nur diese Art der Diskussionen uns weiter voran bringen und uns insgesamt näher zusammenbringen kann. Da mag es diese und jene Personen geben, die ich auch selbst entweder sehr oder gar nicht verstehen kann, die aber zu sehr in Extremen denken und schlussendlich auch irgendwann am Rande einer Gruppe in ihrer eigenen Blase vegetieren werden. So hart wie sich das anhören mag. Schubladendenken hat noch nie viel geholfen. Erst die Rekombination von verschiedenen, vertretbaren Ansichten, die ein Prämisse für die Zukunft bilden können, bringen uns einen Schritt nach vorne.

Das ist die einzige Chance, um eventuell eine gemeinsame Basis zu finden, auf der man etwas begründen kann, um schließlich im Kollektiv herauszufinden, was aus diesem Internetdingens sein kann und wird und mit der ein Konflikt beigelegt werden kann. So einfach ist die Laube.

Das gibt ein bisschen Hoffnung.

Später Gedankenschweif zur Petition

18. Juni 2009 § 0

Am Dienstag lief die Mitzeichnungsfrist für die Online-Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten aus. Sie schloss mit 134.014 Mitzeichnern ab und ist damit, wie man schon an anderen Ecken und Kanten lesen konnte, die erfolgreichste Petition aller Zeiten in unserer Republik. Sie schlägt damit die bis dato bekannte Rekordmarke der Petition zur Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin um glatte 5820 Zeichnungen.

Ich muss es offen zugeben. Das Ergebnis überraschte mich, da ich mit diesem Achtungserfolg nicht gerechnet habe. Zwischendurch schien es sogar so, dass sich die Anzahl derer, die sich gegen die Idiotie und das Wahlkampfgetöse der Frau von der Leyen wehren wollten, sich irgendwo bei 80.000 und ein paar Zerquetschten einpendelte. Der letzte Push, der von vielen Blogs und von Microbloggingdiensten bzw. das Echo, das von den Medien insgesamt nochmal kurz vor der Frist statt fand, sorgte dafür, dass es nochmal so richtig rund ging. Das ist durchaus ein Grund auf die Internetgemeinde stolz zu sein. Es existiert eine Gruppe, die mehr als jede andere, Chancen und Risiken des Internets aufgrund der eigenen Medienkompetenz einschätzen kann. Ganz im Gegensatz zu vielen Bundestagsabgeordneten und insbesondere den Regierungsmitgliedern. » Lies das Ende des Artikels «

Selbstbeweihräucherung

13. Mai 2009 § 0

Im Provinzblog ist ein sehr richtiges Kommentar zu lesen, welches seltsames Demokratieverständnis der Politik die momentane Debatte um die Netzsperren zu Tage fördert. Natürlich spielen hier auch wieder Frau von der Leyen und Herr zu Guttenberg die Rolle der Protagonisten. Beschäftigt man sich aber mal eine Weile mit den ganzen tollen, feschen Partei-Communities im Web, so stellt man schnell fest, dass sich das wohl auf eine breite Masse der Politikerkaste übertragen lässt.

Bis die Frischzellenkur für die Demokratie, so wie sie Herr Spreng vor ein paar Wochen forderte, kommt, und zwar vor allem das Netz als Partizpationsmedium in der Politik werden wir noch mindestens bis zur nächsten Generation warten müssen. Die, die jetzt da oben sitzen, wollen es schlicht weg nicht. Sobald etwas zum eigenen Nachteil gereicht, wird die Gemeinde, die mit diesem etwas besonders bewusst lebt einfach gebrandmarkt, als Unterstützer von Kinderpornographie.

Derweil setzt die Organisation MOGIS das nächste Ziel für die Online-Petition.: 128.194. Die Petition zur “Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin” war die bisher erfolgreichste. Das sollten wir toppen und diese Hürde scheint mir bei aktuellen 77.025 Mitzeichnern durchaus realistisch.

Also, sofern Ihr immer noch nicht unterschrieben habt, tut der Netzgemeinde und im Grunde genommen Euch selbst den Gefallen und unterzeichnet.

Es gärt.

10. Mai 2009 § 0

Cem hat gestern Gedanken zum Aufbruch der Generationen niedergeschrieben und ich fühle mich irgendwie angetrieben zu dieser Thematik meine Meinung darzustellen.

Die aktuelle Situation ist mehr als klar. In Zeiten von Zensursula, Paintball-Verbot und dem Verfahren gegen Pirate Bay ist Widerstand dagegen wahrnehmbar. Obwohl, es hat natürlich nicht erst da alles angefangen. Spätestens seit der Vorratsdatenspeicherung (ein Thema, das im Übrigen während der Netzzensur-Debatte meiner Meinung nach viel zu kurz kommt, schließlich steht da noch eine Entscheidung aus) hat sich, milde ausgedrückt, Unzufriedenheit und Furcht aufgetan. Abseits vom Netzleben haben wir die weltweite Wirtschaftskrise, die sich schon längst nicht mehr nur vor der Haustür abspielt. Anscheinend wird glücklicherweise immer mehr Menschen klar, dass es so nicht weitergehen kann, wie manche Dinge bisher geregelt waren und was definitiv nicht die Antwort auf viele Probleme sein kann. Es muss etwas getan werden und nur Meckern bringt einen selbst und das Kollektiv nicht weiter. Und viel wichtiger noch. Man sieht eine Chance für den Aufbruch. Es gärt. » Lies das Ende des Artikels «

Zum Teufel mit Deiner Toleranz

03. Mai 2009 § 0

Vor einigen Tagen, als ich leidlich wertvolle Zeit vor dem Fernseher verprasst hatte, habe ich mal wieder so einen gesehen. Ja, genau so einen, in Zeiten der Reality-Doku-Alltagshelden-Müll-Soaps. Jemanden vom Typ cooler, gestriegelter, zwanzigjähriger, aufstrebender BWL-Student mit Kai Diekmann-Gedächtnis-Frisur am Bande. Ist aber nicht so, dass ich damit ein Problem hätte. Man hat mir schließlich beigebracht, nicht nach dem Aussehen zu urteilen, sondern zu horchen, was so aus den Menschen rauskommt. Und endlich kam auch etwas aus dem Haargelwasserfall heraus. Als er gerade dabei war sich vor der Kamera vorzustellen, meinte er, er würde sich als offen und tolerant beschreiben.

Ich hätte ihn vierteilen können, ihm ans Schienbein treten, nachfolgend die Kniescheibe verdrehen, ihn wachrütteln wollen, um ihm zu erklären, was er da für einen Stuss redet. Wie weit ihn seine “Political Correctness” gebracht hat. Und zwar alles, zumindest öffentlich, ziemlich dufte zu finden. Jemand könnte ja einem einen Strick draus binden, wenn man nicht für alle Seiten irgendeine Art von Verständnis aufbringt. Aber es führte ihn nicht nur zu der Ansicht, mit nichts ein Problem zu haben haben zu wollen, nein selbst sein Vokabular bürgt für Verirrungen und Verwirrungen. » Lies das Ende des Artikels «

Wo bin ich?

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