Die schöne neue Welt der Überwachung

22. Februar 2007 § 4

Das Thema an sich ist nichts Neues. Dennoch wird häufig das Potenzial zur Überwachung, welches in neuen Techniken steckt, unterschätzt. Tobias hat mich vor längerer Zeit schon auf eine wirklich gute Seite, eine Bachelor-Abschlussarbeit, zu dem Thema hingewiesen.

Dort wird anschaulich erklärt, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, uns im ganz normalen Alltag zu beobachten und zu überwachen. Hier nur ein kurzer Auszug:

Das ist ein Frosch. Und das ist ein Gefäß mit heißem Wasser. Setzt man nun diesen Frosch in das heiße Wasser, springt er sofort wieder heraus. Logisch. Tut ja auch weh. Setzt man ihn ins kalte Wasser, bleibt er sitzen. Wenn man jetzt aber die Temperatur ganz langsam erhöht, merkt der Frosch das gar nicht. Und wenn das Wasser kocht, dann ist der Frosch schon tot.
Fortgeschrittene Gesellschaften haben ein ähnliches Reaktionsvermögen wie ein Frosch im heißen Wasser. Gewöhnt man sie langsam an sich verändernde Umstände, merken sie davon gar nicht viel. In unserer Gesellschaft nimmt zum Beispiel die Überwachung immer mehr zu. Gut ist das nicht, denn jemand der sich beobachtet fühlt, verhält sich anders, als jemand der nicht beobachtet wird. Von seinem Freiheitsrechten nimmt man nicht mehr in dem Umfang Gebrauch, wie man es anonym machen würde. Was zum Beispiel die Meinungsfreiheit einschränkt. Um nicht negativ aufzufallen, passen sich nach und nach immer mehr Menschen der Norm an. Innerhalb einer Gesellschaft würden so langsam die Andersdenkenden und Originale aussterben. Diese Einheitsgesellschaft wäre nicht mehr in der Lage sich geistig und sozial weiter zu entwickeln. Intoleranz würde zunehmen und die Fähigkeit zur Innovation verkümmern. Deswegen sollten wir ab und zu einen Blick auf das Thermometer werfen und schauen, wie heiß das Wasser für uns schon ist.

§ 4 Kommentare zu “Die schöne neue Welt der Überwachung”

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